Marie – Achtung, viel Text –

POSTED IN Blog, Digitale Bearbeitung, Fotografie, Portfolio15. November 2013

Mit der Modelfinderei ist das so ne Sache…
Einerseits super einfach dank Modelkartei, Facebook etc., sk_elsinator_klandererseits ist die Sucherei in diversen Foren und Communitys absolut nicht mein Ding. Natürlich ist es sehr viel einfacher Models zu fotografieren, die bereits etliche Male vor der Kamera standen und eine gewisse (Semi-) Professionalität mitbringen. Das muss nicht zwingend langweilig werden, im Gegenteil.
Im Gegensatz dazu kann ein Fototermin mit einem erfrischend unerfahrenen Model auch sehr schnell sehr anstrengend werden. Was ein Glück, dass ich in den letzten Jahren (und vor allem seit 2012, dem Beginn meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit) gelernt habe, dass ich – trotz Bezahlung – nur das fotografiere, worauf ich Lust habe.

Und mit genau dieser Einstellung traf ich Marie auf einem kleinen Konzert, bei dem ich eine grandiose Band aus dem vereinten Königreich foto- und videografieren durfte: die fantastischen Ghost Trains.

In NowhereWie es eigentlich immer so ist: beim Bierchen kommt man irgendwie ins Gespräch und merkt recht schnell, ob die Chemie stimmt oder nicht. Mir geht’s jedenfalls so.
(Rückblickend fällt mir ein, dass ich eigentlich mit ihrer besten Freundin zuerst im Gespräch war… ^^)
Man traf sich am Folgetag beim nächsten Konzert, man traf sich im Internet, es kam zu einem Dialog über Fotografie und der Gedanke an ein gemeinsames Shooting nahm so langsam Formen an.

Binnen kürzester Zeit trafen wir uns im Steinbruch, um die erste, erfahrungsgemäß nicht ganz so erfolgreiche Session zu starten. Man lernt sich – trotz vorherigem Telefonat oder Treffen mit Vorgespräch – erst mal kennen. So läuft es bei mir.
Marie. Steinbruch. 2012.
Beim zweiten Mal sieht dann alles schon ganz anders aus. Und verdammt – unser 1. Treffen war des Öfteren hart an der Grenze zum absoluten Lachflash! (Letzteren haben wir mittlerweile regelmäßig…)

Ein bisschen Musik laufen lassen, aufbauen, Absprachen… hier und da die ersten Gags… Blitzständer fällt um, weil er noch nicht richtig gesichert ist; das Übliche halt. Dennoch entstanden an diesem Nachmittag einige meiner persönlichen Lieblingsbilder aus diesem Jahr.

Marie

Das nächste Shooting fand in einer Abrissbude statt. Bei Fotografen gerne als „lost places“ bezeichnet. Spannende Sache. Vor allem, wenn man keine Genehmigung zum Betreten des entsprechenden Gebäudes hat.
Was uns natürlich niemals passieren würde.

Streckenweise stockdunkle Gänge, Taschenlampe vergessen (Asche auf mein Haupt!), Ausleuchtung per Handy oder Feuerzeug zwecklos – war es mir schon etwas unangenehm, eine Frau dort hin zu führen.
In spärlich, durch Ritzen, durch die mit Brettern zugenagelten Fenster, mit Lichtfetzen angehauchten Räume (Gruß, Helge…), konnte man die eine oder andere versiffte Matratze liegen sehen.Marie - Pogo
In der Tat, es war mir wirklich unangenehm.

Aber Marie hatte Vertrauen.

Und so entstanden zwar keine bahnbrechend guten Fotos (dafür allerdings das Kühlschrankfoto. Mein Highlight für mich), aber wieder eine Story. Blitzanlage aufbauen, Ecken suchen, Kamera einstellen, knacken irgendwo im Keller- „scheiße! Da kommt einer!“
Es kam keiner.
Mulmig war uns trotzdem zumute.
Das Kühlschrankfoto – „Gibt’s ’n heut‘ zu essen, Klaus?“ – kommt auf jeden Fall an meine Wall of fame.

Beim 3. Shooting ging’s ins Irish Inn in Wetzlar. Das legendäre Klo- Shooting!
Die Bedienung – Fabienne (auch legendär) ;) – hat den Laden extra für uns früher auf gemacht und uns unsere Musik hören lassen, während wir aufm Männerklo geshootet haben.
MAGIC!Was die Musik angeht, war es nicht wirklich schwer, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Wir hören eh alle so ziemlich den gleichen Kram.
Sehr entspannend…

Es brauchte ungefähr acht Paar Handschuhe und eine Rolle Klebeband, bis das (geputzte!) Klo präpariert war – und dann wurden Lichter, Blitze, Stative hin und her geschoben, Anweisungen gegeben und Musikwünsche geäußert.
Ein äußerst interessanter Fototermin, der eigentlich draußen fortgesetzt werden sollte. Daraus wurde allerdings nichts, weil ein Blitz versagte.
War auch egal – die Ausbeute im Irish war genial!

Ich glaube, spätestens seit dem Tag sind wir Freunde.

Genau das ist das Schöne daran: ab und an trifft man Menschen, die irgendwie wichtig sind. Die passen. Die genau so denken. Oder anders. Aber sie  passen einfach und bleiben.

Und eben weil es passt, musste ich zu einem Model mal etwas längeres schreiben.
Ich freu mich tierisch auf den nächsten Termin! :-)

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