Lara Aileen Braunsberg

POSTED IN Allgemein, Blog, Portfolio25. Juni 2016

Lara Aileen Braunsberg - Norman Keil - Stephan KlementAlle Fotos & Zeichnungen: Lara Aileen Braunsberg
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Vor einigen Monaten habe ich nicht schlecht gestaunt, als plötzlich eine Zeichnung eines Norman KeilPortraits von mir viral ging. Und irgendwo war da auf einmal eine Baumwolltasche mit im Spiel, auf der die Zeichnung groß aufgedruckt war.
Mich flasht sowas!

Oft ist es dem geneigten Betrachter egal, wer das Foto, Bild oder die Zeichnung gemacht hat. Man sieht ein Cover, ein Plakat, ein Bild, ein Foto – es ist da und untermalt einfach nur das, worum es in dem Artikel, Beitrag oder der CD wirklich geht. Oder es ist einfach nur schön anzuehen und gut is.
Den Ersteller – in dem Fall Zeichner, Illustrator, Fotograf etc. jedenfalls freut es, wenn das „Produkt“ positiven Anklang findet.
Klar könnte man auch einfach sagen: „is bezahlt. Nächster Job.
Kann man machen, wenn man so in der Mühle drin ist, dass es nur noch darum geht.

Lara Aileen BraunsbergAber darum geht’s nicht…
Seien wir doch mal ehrlich: ich find’s einfach geil, wenn ich – egal ob durch ein kleines Dörfchen oder über die große Freiheit – laufe, ein Plakat sehe, auf dem für einen Auftritt des entsprechenden Künstlers geworben wird, auf dem mein Bild groß zu sehen ist.
Es macht einen einfach immer wieder stolz, dass man für das, was man gerne macht, gebucht wird und es erfüllt mich, wenn ich das Ergebnis sehe.
(Ganz davon ab steigen damit auch die eigenen Anforderungen wieder. Ein Teufelskreis…)

Gut. Manche Herausforderungen könnte ich zwischenzeitlich auch gern mal ausm Fenster werfen
Kennt jeder, der irgendwann mal sein Hobby zum Beruf gemacht oder nur ansatzweise versucht hat, seinen Anspruch an sich selbst höher zu schrauben.
Aber…: um es mit den Worten eines großen, deutschen Liedermachers zu sagen: „am Ende des Tages ist das Alles einfach unfassbar!“. ;-)

Und dann ist da auf einmal wieder diese Vernetzung, die ich wahnsinnig gut finde und die mir damals gefehlt hat (eigentlich „uns“, wenn ich an den Kreis der Maler und Zeichner von vor 20 Jahren denke, mit denen ich zusammengearbeitet habe).

Lara Aileen BraunsbergDiese Vernetzung ist manchmal mehr Fluch als Segen und ab und an tut es mir schon ein wenig leid, wenn ich nicht alles liken oder teilen möchte, weil einfach der Anspruch fehlt und vieles einfach nur wie dahin gerotzt aussieht, nur um ein bisschen geliked zu werden. Für fünf Minuten Fame.

Ich meine diesen Anspruch, den man sich über Jahre hinweg erarbeitet hat, weil man nichts anderes macht als das, was man eben macht – und vor allem machen WILL und warum auch immer machen MUSS; eben den Level erreicht hat, in dem es absolut nicht leichter wird. Im Gegenteil…

Es gibt sie aber, die Menschen, für die ich gerne Werbung mache und deren Beiträge ich gerne like und teile. Weil sie inhaltlich gut sind. Weil ich darin lesen kann, wieviel Arbeit, Erfahrung und Motivation da drin steckt.
Weil soviel Herzblut darin steckt.

Zeichnen ist eine Lebenseinstellung, die man nicht einfach so hat.
Man zeichnet nicht „mal eben“ ein Portrait.
Dahinter stecken Jahre.
Jahre der Entbehrung, der Enttäuschung, der Glücksgefühle.
Des alles-hinschmeissen-wollen und immer-wieder-aufstehen-müssen.
Jahre des mit-dem-Rücken-an-der-Heizung-sitzen-und-Musik-hören. Jahre voller Trial and Error; voller Emotionen.
Schreien und fluchen, weil es einfach nichts werden will und die Tapeten abkratzen zu wollen, obwohl man ganz genau weiß, wo Augen und Nase zu sitzen haben, man sein Handwerk beherrscht und trotzdem: die Ähnlichkeit mit dem Abgebildeten ist nach zwanzig Versuchen nicht vorhanden.
Am nächsten Tag doch wieder zum Künstlerbedarf zu fahren, sich dickeres Papier und neue Graphit- und Kohlestite zu holen.
(…und ein paar Kerzen und ne Flasche Jim Beam…)

Zeichnen bedeutet: viel Einsamkeit und die Auseinandersetzung mit dem Protagonisten und letztendlich mit sich selbst – und unglaubliches, handwerkliches Geschick, das man sich in vielen Jahren erarbeitet.
Genau wie schreiben, malen, ein Instrument beherrschen, fotografieren, töpfern, schreinern…
Und plötzlich ist da nach Jahren der Punkt, an dem man keine zwanzig Versuche mehr braucht und es einfach läuft.

Lara Aileen hat dieses Geschick.
(Ich verspüre da ein bisschen gesunden Neid…)

Lara Aileen BraunsbergSeht Euch ihre Seiten an und reflektiert ein wenig, wie lang es dauern kann und wieviel Arbeit darin steckt, ein Portrait zu zeichnen.

Ich zolle Lara meinen tiefsten Respekt!
Es würde mich nicht wundern, wenn Lara irgendwann zur digitalen Malerei kommt und man ihre Arbeit auf Plakaten, CDs und in Zeitschriften sieht. Das wäre der Mindestlohn für ihre Arbeit.

Übrigens: Lara macht aktuell keine Auftragsarbeiten.
Hab ich damals auch gesagt…

 

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