Frankfurt am Main

POSTED IN Blog, Fotografie, Portfolio5. April 2014

Letzte Woche fand in Frankfurt die Luminale 2014 statt. Wir sammelten uns in einer kleinen Gruppe und wollten eigentlich eine Art Fotowalk starten. Wenn man was vermeintlich interessantes mitmachen kann: hin!

Frankfurt am Main, Maintower, Franfurt am Main Skyline, Frankfurt Skyline

Nun sind Lichtspektakel für mich aus fotografischer Sicht völlig uninteressant. Mich hat es auch noch nie gereizt an Silvester Feuerwerk zu fotografieren. Und wenn ich ganz ehrlich bin: mich hat das ganze Silvester noch nie wirklich interessiert.
Allerdings finde ich Lichtinstallationen schon reizvoll, wenn sie bekannte Objekte, Städte oder anderes sprichwörtlich in ein anderes Licht setzen. Spannend, was Menschen alles so machen. Aus welchem Grund auch immer sie das tun.

Mein Motiv hatte ich bereits eine Woche vor diesem Tag im Kopf. Mehr wollte ich nicht. Danach ging es für mich nur noch darum durch die Gegend zu laufen, mit anderen Commerzbank Tower, Frankfurt, Frankfurt am Main, Maintower, Franfurt am Main Skyline, Frankfurt SkylineMenschen zu fachsimpeln, rum zu albern, die Augen auf zu halten und Spaß zu haben.

Später stellte sich heraus, dass wir scheinbar zur falschen Zeit in Frankfurt unterwegs waren. Von spektakulären Installationen keine Spur. Die beleuchtete Spitze des Trianon (das derzeit sechsthöchste Hochhaus in Frankfurt) war so mit das einzig Interessante. Ansonsten konnte man nur die üblichen Motive und ihre obligatorisch davor drapierten Fotografen bewundern.

Ich wollte mein Bild. Für mich. Für meine Webseite. Gedruckt für meine Wand. Der Rest wäre reine Unterhaltung gewesen. Also: kurz ans Telefon und durch ein paar Telefonnummern gewuselt. Erstes Ziel: das Trianon. Leider nicht zugänglich, außer mit Auftrag. Den hatte ich nicht. Dennoch einen Fuß in der Tür. Mit etwas Geduld komme ich da tatsächlich noch mal hoch. Mit Stativ.
Und genau da liegt das Problem: man kann diverse Hochhäuser betreten, allerdings selten mit Stativ. Wenn man sich vorher schlau macht, kann man in den Sicherheitsbestimmungen online nachlesen, was erlaubt ist und was nicht.
Die Dinger sind ja auch nich‘ ungefährlich. Irgendeiner stolpert darüber und schon hat man das Theater. Ein bisschen unbedarft beim Handling und man haut einem Anderen das Ding beim ausfahren um die Ohren. An den ausgefahrenen Spikes kann man sich und andere verletzen. Und so weiter.
Wenn man nicht aufpasst, wohlgemerkt.
An Fotospots kann man sich mit ’ner Tüte Popcorn stellenweise köstlich amüsieren. Aber bitte mit Abstand, um nicht selbst zum Opfer zu werden…

Frankfurt am Main, Maintower, Franfurt am Main Skyline, Frankfurt SkylineIch hatte das unverschämte Glück, dass ich durch die Telefoniererei eine freundliche, junge Dame der Landesbank Hessen-Thüringen ans Telefon bekam, die für unter anderem diese Fragen rund um den MAIN TOWER zuständig ist.

Ich habe einfach mal nachgehört, ob grundsätzlich überhaupt die Möglichkeit besteht, da oben mit Stativ zu fotografieren. Natürlich kann man sich auch mit etwas Geduld und Geschick anders behelfen, dennoch ist so’n Stativ nicht grundlos sein Geld wert. Und siehe da: angemeldet hat’s tadellos funktioniert!

Am Empfang des MAIN TOWERs fühlt man sich dann wie am Flughafen: Frankfurt am Main, Maintower, Franfurt am Main Skyline, Frankfurt Skyline, www.pixel-rocker.comTicket geholt, eingecheckt, Kontrolle. Und die ist exakt wie am Flughafen: alles abgeben, scannen lassen, Nagelknipser bleiben beim Empfang, Herr Fotograf. ;-)

Dann ging alles sehr schnell:
Kamerarucksack, Stativ und alle Leute eingepackt, ab in den Fahrstuhl und gefühlte 10 Sekunden später sind wir oben.
Okay, ein paar Stufen muss man noch bewältigen, um dann mit dem Blick über Frankfurt am Main belohnt zu werden.
Wer übrigens die Sendung „maintower“ im Hessischen Rundfunk kennt: da oben werden die Wetterberichte gedreht und ausgestrahlt.  Da ergibt doch tatsächlich alles gerade einen Sinn…

Tja, dann steht man da, über der Stadt mit den Ampelschaltungen, die mit Sicherheit einen Sinn ergeben, wenn einem sich dieser erschlossen hat.
Gewaltig ist er, dieser Ausblick.
Nicht zu viele Menschen stehen hier und gucken. Knutschen. Knipsen.
Security überwacht das überschaubare Getümmel.
Blitze aus Handys und Kompaktkameras knallen ohne Sinnbehaftung in die Dunkelheit.
Spontan überkommt mich der Gedanke, dass hier oben ein Bierpilz fehlt. Oder man hier übernachten sollte.
Wir bauen auf und ich finde das Panorama, das ich haben will, nur für mich. Für meine Wand. Aus Spaß an der Freud‘:

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Später laufen wir am Main entlang, schießen noch hier und da das eine und andere Foto und ich weiß allerdings jetzt schon, dass da für mich nichts bei raus kommt. Ich bin müde und in Sechs Stunden klingelt der Wecker. Ich werde das längst unzählbar fotografierte Foto der Skyline von Frankfurt dennoch irgendwann auch schießen. Auch nur für mich. Ich verschick‘ dann Postkarten damit. An all die Fotografen, die ich kenne. Und die, die Postkartenmotive als schlecht empfinden…

Für mich hat es sich gelohnt. Ich werde mir die Aussicht von Frankfurt drucken lassen und in mein Arbeitszimmer hängen. Meinem Assistenten schenke ich das Hintergrundbild, das – wie immer – völlig spontan entstand und ihn und seine Persönlichkeit in bestimmten Situationen ziemlich treffsicher widerspiegelt.
Und wo ich schon bei „Drucken“ bin: ich bin dabei, endlich (ENDLICH!) alle Fotos meiner/unserer Österreich Touren zu bearbeiten und zu einem Fotobuch zu verarbeiten.
Ganz altmodisch.
Und doch modern.
Ich finde es immer noch sehr viel persönlicher, sich mit einem Buch zu beschäftigen.
Zeit, Zeit ist kein Problem…

Schönes Wochenende und nicht vergessen: Sonne 8 – Blende lacht. ;-)

 

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